Das dolmetscher-team beim Davos for Women
Anfang Januar 2007 war es perfekt: das dolmetscher-team, vertreten durch Julia Böhm, erhielt
den Zuschlag, die Konferenzdolmetscher für den "Global Summit of Women 2007" zu stellen.
Das 3tägige, weltweite Gipfeltreffen für Frauen aus Politik und Wirtschaft, auch "The Davos for Women" genannt, sollte knapp ein halbes Jahr später im Juni in Berlin abgehalten werden.
Der Auftraggeber kam mit sehr klaren Vorstellungen zum Budget: Die Konferenz mit über 1000
Teilnehmerinnen, 4 Konferenzsprachen (Englisch, Deutsch, Spanisch und
Französisch) und
streckenweise 4 parallelen Workshop-Sessions sollte mit nicht mehr als 24 Konferenzdolmetschern
bestritten werden. Das erforderte eine ganz spezifische Konfiguration von Kabinen
und Sprachkompetenzen der darin arbeitenden Dolmetscher. Wichtige Parameter waren daher
einerseits, welche Konferenzdolmetscher mit welchen Sprachrichtungen in Berlin überhaupt
noch verfügbar waren und andererseits eine relativ genaue Vorhersage über häufiger und
weniger häufig verwendete Sprachen. "Die Kabinenkonfiguration eines Dolmetschprojekts
genauer erklären zu wollen, wäre, als wolle man einem Autofahrer erklären, wie genau das
ABS-System seines Autos funktioniert. Wichtig ist, dass sie funktioniert, und stets jede Sprache
bedient wird", zieht Julia Böhm den Vergleich.
Da dieses Projekt mit der Verfügbarkeit von 24 Konferenzdolmetschern mit exakt den richtigen
Sprachkombinationen stand und fiel, war der frühe Vertragsschluss entscheidend. "Mir war es
wichtig, bereits bei Vertragsschluss im Januar das gesamte Team zusammengestellt und
verpflichtet zu haben. Auf Grund des G8-Gipfels und der EU-Präsidentschaft drohte der Juni
2007 ein 'heißer' Konferenzmonat zu werden."

Etwa 2-3 Wochen vor der Konferenz begann für die 21 Frauen und 3 Männer die
Vorbereitungsphase. Auf Grundlage der Tagesordnung, der Rednerbiographien und bereits
vorliegender Vorträge ging es nun an die intensive Einarbeitung in die Konferenzinhalte und die
Auseinandersetzung mit den Persönlichkeiten, denen sie Stimme und Ausdruck in der
Fremdsprache zu verleihen hatten. "Mit den entsprechenden Materialien sind wir größtenteils
auf die Hilfe unserer Kunden und der Redner angewiesen. In dieser Phase sind die wichtigsten
Aufgaben der beratenden Dolmetscherin die Koordination der Vorbereitung und der enge
Kontakt mit dem Kunden".

Der Team-Einsatzplan stellte hohe Ansprüche an Flexibilität, Disziplin und Teamgeist. In vielen
Fällen sah er die Zusammenarbeit von Kollegen vor, die nie zuvor die Kabine geteilt hatten.
Auch waren die Kabinenbesetzungen nicht über die gesamte Konferenzdauer statisch geplant,
sondern wechselten, z.B. wenn in bestimmten Sitzungen das Gewicht einer Konferenzsprache
laut Rednerliste überwog. "Wir konnten sicher sein, dass dennoch alles funktionieren würde:
Durch die gemeinsame Vorbereitung und weil sich Profis an berufliche Grundprinzipien halten,
die bereits in der Hochschulausbildung oder von den Berufsverbänden vermittelt werden."

Optimal gewappnet war dann am Tag des Geschehens der Rücken frei, um auf die üblichen
Unwägbarkeiten eines Events zu reagieren. Beispielsweise musste das Team flexibel sein, als
mehrere Redner eine andere als die angekündigte Sprache für ihren Vortrag wählten. Bei keiner
Veranstaltung läuft alles nach Plan, doch wichtig ist, dass Redner und Teilnehmer davon nichts
merken. Dies gilt auch für die Verdolmetschung. Getreu dem Motto "Professionelle
Dolmetscherinnen bemerkt man kaum – es sei denn, sie fehlen“ war beim Global Summit of
Women über 3 Tage hinweg die simultane Kommunikation in 4 Sprachen, 9 Sprachrichtungen –
streckenweise parallel in 4 Räumen für über 80 Rednerinnen und über 1000 Teilnehmerinnen
jederzeit gesichert.
"Das war unser bisher komplexestes und gleichzeitig hochkarätigstes Projekt", so Julia Böhm,
und wir haben uns natürlich besonders gefreut, als wenige Tage danach das überaus positive
Feedback des Konferenzdirektors bei uns einging.“
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